Wer den Bären als eines der großen Wahrzeichen der Stadt Berlin kennt, kennt auch seine Leibspeise: Honig. Und eben dieser Honig kommt dank der Idee „mit der Biene als Botschafterin zu mehr StadtNatur“ zu immer mehr Bewohnern und Besuchern Berlins.

Hier gibt es inzwischen zahlreiche Orte, an denen Bienenkörbe auf prominenten Gebäuden stehen. Zu verdanken ist dies der „Stiftung für Mensch und Umwelt“ von Dr. Corinna Hölzer und Cornelis Hemmer, die sich mit vielfältigen Konzepten für die Erhaltung der biologischen Vielfalt in unserer Natur einsetzen. Den Berliner Bienenfreunden geht es bei den Promihäusern allerdings in erster Linie nicht um die Gewinnung und den Vertrieb exklusiver Honigsorten, sondern um die Aufmerksamkeit für das Leben und die Nützlichkeit der Wild- und Honigbienen.

Die Liste der Orte, an denen in Berlin die Bienenkörbe aufgestellt wurden, liest sich fast wie ein Reiseführer zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt: der Berliner Dom, das Haus der Kulturen der Welt und das Planetarium am Insulaner sind ebenso dabei wie das Berliner Abgeordnetenhaus, die Staatsoper und das Tempelhofer Feld. Während manche Imker einen möglichst hohen Honigertrag vor Augen haben, geht es „Berlin summt!“ um viel mehr: mit Patenschaften für die mehr als 560 in Deutschland lebenden Wildbienenarten, aber auch mit Informationsmaterial wie dem Bienenkoffer für junge Schüler wird ein Bewusstsein diese kleine Tierart geschaffen, die viele Menschen gern unterschätzen. Hierbei entsteht ein wichtiger Beitrag für eine gesunde und lebenswerte Umwelt und damit auch für ein schönes und grünes Berlin. Die Initiative fördert das Verständnis von natürlichen Zusammenhängen hinsichtlich der Bedeutung einer gesunden Stadtnatur für die über 300, zum Teil stark bedrohten, in Berlin lebenden Wildbienenarten wie die Mauer- oder Seidenbiene.

Bei „Berlin summt!" setzen sich nicht die üblichen Umweltschützer sondern Kulturschaffende, Politiker, Unternehmen und ganz normale Gartenbesitzer für die Tiere ein, womit ein vielfältiger Personenkreis unsere Stadt gemeinsam zum Summen bringt. Die Idee fand schnell Nachahmer in anderen Städten wie München, Frankfurt am Main, Hamburg und Hannover – auch hier wird unter dem Label „Deutschland summt!“ engagiert das Imker-Handwerk betrieben und Wild- sowie Honigbienen neuer Lebensraum verschafft.